Der Raum des Bestatters –
belebt, transformiert, erinnert.

Eine Zwischennutzung des Affspace.

Bis April 2021 bespielt der Affspace zu­sätzlich den benach­barten Schau­raum von Egli Bestat­tungen in einer Zwischen­nutzung. Der Affspace erinnert mit der thema­tischen Aus­richtung seines Pro­gramms an den Bestatter, der sich vor vierzig Jahren an der Münster­gasse ein­richtete. In drei Aus­stel­lungen trans­formiert sich der Raum lang­sam und sukzessive bis er eine neue Form und Funk­tion findet.
Blick auf den Schosshaldenfriedhof vom ehemaligen PTT-Turm, Foto: Dominique Uldry

Walter Daepp und Markus Niederhäuser

«Fridhof-Gschichte»

Spaziergang, 15. August, 17 Uhr

«Der Schoss­halden­fried­hof schob sich zwischen den damp­fenden Stämmen hervor, ein graues, ver­reg­netes Ge­mäuer. Blatter fuhr in den Hof, hielt. Sie ver­liessen den Wagen, spannten die Schirme auf und schritten durch die Gräber­reihen.»
Friedrich Dürrenmatt, «Der Richter und sein Henker»

Autor Walter Däpp und Markus Nieder­häuser, Pfarrer an der Nydegg­kirche, hellen dieses nass­graue Dürren­matt’sche Bild des Schoss­­haldenfried­­hofs auf: Mit ernst­haften, aber nicht nur tod­ernsten Beo­bach­tungen, Er­fah­rungen, Ge­danken und Ge­schich­ten. Ein infor­mati­ver, unter­halt­samer und lebens­­froher Abend­­spazier­­gang über den Fried­hof.

Treffpunkt: Bus-Endstation Zentrum Paul Klee.
Dauer: eineinhalb bis zwei Stunden.
Die Platzzahl ist beschränkt.
Wir bitten um Anmeldung bis zum 13. August auf info@affspace.ch.

Ein Schmetterling fliegt durch die Landschaft der Ardèche, Foto: Alexander Jaquemet.

Alexander Jaquemet

«Wie der Eisvogel Feuer fing»

Eröffnung, 20. August, 18 Uhr

Leerstand. Der Raum des Bestatters ist aus­ge­räumt. Sarg, Urnen, Stoff­blumen sind ver­schwun­den. Es bleibt der Laden­aus­bau aus den sieb­ziger Jahren, sein Täfer, die tief­gehängte Decke, die apri­cot­farbe­nen Wände.

Wie kann man etwas ein­fangen, ohne es zu zer­stören? Es ist eine grund­legende Frage an die Foto­grafie, die dafür bekannt ist, Augen­blicke auf Papier fest­zu­hal­ten. Alexander Jaquemet (*1978 Biel, lebt in Bern) gibt in seiner Schmetter­ling-Serie eine Ant­wort, die un­spek­takulär und gleich­zeitig unge­mein poetisch ist. Seine Schmetter­linge leuchten auf und ver­schwinden wieder im Spiel aus Sonnen- und Schatten­flecken und scheinen auch im gebannten Bild ihren Weg durch die Land­schaft fort­zu­setzen. Alexander Jaquemet, ursprünglich gelernter Forst­wart, ist ein Fotograf, der längst auch in anderen künst­le­rischen Medien zuhause ist. Im Affspace+ verbin­det er das Ephe­mere mit der Stoff­lich­keit des Bild­trägers und der Materia­lisierung des Raums. Den Raum des Bestatters überzieht er mit einer weissen Kalk­schicht. Sie reinigt und desin­fi­ziert – was für ein uner­wartet wohl­tuendes Wort! Sie schlägt aber auch den Bo­gen zu seinen gross­flächigen mono­chromen Gemäl­den, welche die schwarz­weisse Land­schafts­foto­grafie in eine abstrakte Farb­male­rei über­führen. Die auf der Wand verteil­ten Schin­deln wiederum erinnern an die Schuppen von Schmetter­lings­flügeln, aber auch an den Eis­vogel in Philippe Jaccottets Gedicht, der flüch­tig und zu­fällig erhascht, in unseren Gedanken zu glühen beginnt.

Ausstellung: 21. August bis 26. September
jaquemet.com

Affspace
Münstergasse 4
Postfach 509
3000 Bern 8
info@affspace.ch

Öffnungszeiten
Donnerstag 18 bis 20 Uhr
Samstag 10 bis 12 Uhr
Sommerpause bis 8. August 2020

Der Affspace wird getragen vom Trägerverein Affspace, Studio Sansano Architekten und Schneller Immobilien. Das Jahresprogramm wird von der Stadt Bern, dem Kanton Bern und der Burgergemeinde gefördert.

Die Zwischennutzung wird von Egli Bestattungen, der Zunft der Affen und der Bank EEK unterstützt. Wir danken auch all unseren Freunden, Mitgliedern und Gönnern!

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Schreiben Sie uns eine E-Mail an info@affspace.ch.